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Wirtschaft

Der UBS-Schachzug im globalen Pulverfass

Die Schweiz spielt im Handelskrieg zwischen den USA und China nicht den neutralen Vermittler, sondern den hilflosen Zaungast. Während Sergio Ermotti die UBS in den US-Markt presst, werden Schweizer Firmen zwischen den Fronten zermahlen.

Célina Bargémy
Célina Bargémy·30. Oktober 2026·4 Min Lesezeit
Der UBS-Schachzug im globalen Pulverfass

Digitale Kursanzeigen und Krypto-Werte spiegeln die Volatilität der Finanzmärkte wider.

Bild: Pexels / George Morina

Es ist ein gefährliches Spiel, das Sergio Ermotti seit der Übernahme der Credit Suisse betreibt. Die UBS will in den USA wachsen. Doch wer dort wächst, macht sich erpressbar. Washington hat in der Vergangenheit bewiesen, dass Schweizer Banken nur Spielfiguren in ihrem geopolitischen Schachspiel sind. Die 2023 publizierten Zahlen zur Abhängigkeit vom US-Markt zeigen ein Klumpenrisiko, das viele Aktionäre geflissentlich ignorieren.

Wenn Washington den Daumen senkt

Ein Konzern wie ABB bekommt die Folgen dieses Konflikts hautnah zu spüren. CEO Björn Rosengren muss ständig zwischen den Exportkontrollen der Biden-Administration und den Produktionskapazitäten in Schanghai balancieren. Wenn die USA den Zugang zu Halbleitern kappen, stehen die ABB-Roboter in China still. Das ist keine abstrakte Gefahr, sondern gelebte unternehmerische Realität.

Die globale Vernetzung ist für Schweizer Industriekonzerne kein Sicherheitsnetz, sondern ein tödliches Spinnennetz geworden.

— Célina Bargémy, Gründerzeit

Die Schweizer Politik schaut dabei zu, wie ein Kaninchen auf die Schlange. Wirtschaftsminister Guy Parmelin spricht von Dialog, während die US-Behörden durch das Committee on Foreign Investment in the United States gezielt Schweizer Firmen unter die Lupe nehmen. Diese Behörde agiert völlig intransparent und schert sich nicht um die Neutralität der Eidgenossenschaft.

Bilanzen lügen nicht

Schaut man sich die Quartalsberichte der Schweizer Exportindustrie genau an, erkennt man die Nervosität. Die Lagerbestände in Asien steigen laut Daten von Bloomberg an, weil der Absatz in den westlichen Märkten durch Handelsbarrieren blockiert wird. Es ist ein schleichender Prozess, der die Gewinnmargen auffrisst.

Der Glaube an den freien Handel ist eine Illusion der neunziger Jahre, die in den Bilanzen von heute nur noch als Verlustposten existiert.

— Studie der Universität St. Gallen, 2024

Die Konsequenz für Gründer und KMU ist brutal. Wer heute nach China liefert, riskiert morgen US-Sanktionen. Die Neutralität des Standorts Schweiz ist zu einer leeren Hülse verkommen. Wer das nicht erkennt, schläft sehenden Auges in den Ruin. Die Zeit der bequemen Vermittlerrolle ist abgelaufen, denn die USA akzeptieren nur noch Ja-Sager oder Gegner.

Célina Bargémy
Célina Bargémy

Daten-Detektivin. Rebellisch, konfrontativ, datengetrieben — mit messerscharfem Blick für Widersprüche.

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