Emmanuel Macrons Ära neigt sich dem Ende zu. Die erste TV-Debatte zum Präsidentschaftswahlkampf ist nicht mehr als ein billiges Vorspiel für ein Drama, das den Kontinent lähmt. Es geht nicht um Inhalte, sondern um das nackte Überleben eines Systems, das den Anschluss an die Realität längst verloren hat. Politiker wie der ehemalige Premierminister Edouard Philippe oder der aufstrebende Jordan Bardella scharren bereits mit den Hufen.
Ein Scherbenhaufen namens Pariser Politik
Das politische Personal in Paris verliert sich in Kleinkriegen, während die Schuldenuhr unaufhaltsam tickt. Laut Daten der französischen Zentralbank ist der Schuldenstand auf über 110 Prozent des Bruttoinlandprodukts gestiegen. Wer glaubt, dass dieser Wahlkampf eine Lösung bringt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann im Elysee-Palast. Es ist ein Wettlauf um das populistischste Versprechen, um die Wähler von den Trümmern einer stagnierenden Industriepolitik abzulenken.
Frankreichs politischer Instabilität zuzusehen ist, als würde man bei einem Autounfall in Zeitlupe dabei sein – und die Schweizer Wirtschaft sitzt leider auf dem Beifahrersitz.
— Quelle: Célina Bargémy, Gründerzeit
Der Schweizer Kollateralschaden
Für Schweizer Unternehmen wie ABB oder Nestlé ist Frankreich einer der wichtigsten Handelspartner. Eine neue Ära in Paris bedeutet neue Handelsbarrieren und eine unberechenbare Fiskalpolitik. Wenn ein Protektionist wie Marine Le Pen tatsächlich die Macht ergreift, wird der freie Warenverkehr zur Makulatur. Die Schweizer Exporteure müssen sich auf unruhige Zeiten einstellen, in denen die Souveränität Frankreichs primär durch Mauern gegen den Nachbarn definiert wird.
Die Fassade bröckelt
Die TV-Debatten sind das Symptom einer tiefen Krise. Wirtschaftsführer wie der LVMH-Chef Bernard Arnault beobachten das Treiben mit berechtigter Skepsis. Investitionen fliessen nicht dorthin, wo Politiker ständig das Wirtschaftsmodell in Frage stellen, sondern dorthin, wo Planungssicherheit herrscht. In Paris regiert derzeit nur die Unsicherheit, und das ist Gift für jeden, der langfristige Strategien plant.
Quellen
https://www.srf.ch/news/international/franzoesisches-staatsoberhaupt-bald-beginnt-die-post-macron-aera-auftakt-des-wahlkampfs-in-paris
https://www.banque-france.fr/





