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Der Notkredit-Trick: Wenn Steuergelder die Dürre düngen

Der Kanton Baselland will zwei Millionen Franken Steuergeld in die dürrebedrohten Böden der Bauern pumpen. Das ist keine nachhaltige Landwirtschaftspolitik, sondern eine riskante Subventions-Spritze auf Kosten der Allgemeinheit.

Célina Bargémy
Célina Bargémy·28. Oktober 2026·3 Min Lesezeit
Der Notkredit-Trick: Wenn Steuergelder die Dürre düngen

Trockener, rissiger Boden auf einem Schweizer Acker verdeutlicht das Ausmass der aktuellen Dürre.

Bild: Pexels / Engin Akyurt

Landwirtschaft auf dem Tropf der Politik

Zwei Millionen Franken. Für einen Kanton wie Baselland klingt das nach einer lösbaren Aufgabe, für einen Gründer oder KMU-Inhaber ist es ein Schlag ins Gesicht. Während innovative Unternehmen für jeden Franken privates Kapital bei Banken oder Investoren wie jenen von Swisscom Ventures um jeden Businessplan kämpfen müssen, reicht für die Agrarlobby ein trockener Sommer, um den Geldhahn der öffentlichen Hand zu öffnen. Regierungsrat Isaac Reber setzt hier ein fragwürdiges Zeichen: Wer erntet, darf den Gewinn behalten, wer verdörrt, bekommt ein Darlehen vom Staat.

Subventionen statt unternehmerisches Risiko

Landwirtschaft ist ein Geschäft. Ein riskantes Geschäft. Wer das Risiko als Unternehmer nicht tragen kann oder will, darf nicht erwarten, dass der Steuerzahler die Lücke füllt, sobald die Sonne zu stark brennt. Der Schweizer Landwirtschaftssektor muss sich endlich der Realität stellen, statt sich in der Sicherheitszone der Notkredite zu verstecken. Ein unternehmerischer Ansatz würde in Innovationen wie trockenheitsresistente Kulturen oder effiziente Bewässerungssysteme investieren, nicht in die Verwaltung von Schulden.

Der Staat agiert hier wie eine Versicherung, die das unternehmerische Scheitern zum Geschäftsmodell erklärt. Ein effizienter Markt sieht anders aus.

— Célina Bargémy, Gründerzeit

Die Frage nach dem Präzedenzfall

Wenn Baselland nun diesen Weg geht, stellt sich die drängende Frage nach der Gleichbehandlung. Was ist mit den kleinen Detailhändlern, die unter der Hitze leiden, weil die Frequenz in den Innenstädten sinkt? Oder den Gastronomen, deren Biergärten bei Extremwetter verwaisen? Wenn der Kanton für die Bauern einspringt, wieso nicht für jeden anderen Gewerbetreibenden, der durch höhere Gewalt Einbussen erleidet? Die Antwort ist simpel: Es ist die Macht der Lobby. Es ist die Angst vor den Stimmen der Landwirte in der nächsten Abstimmung.

Subventionen sind das Gift der freien Marktwirtschaft, besonders wenn sie als soziale Absicherung getarnt werden.

— Célina Bargémy, Gründerzeit

Die zwei Millionen Franken sind der Anfang einer gefährlichen Spirale. Anstatt den Strukturwandel zu fördern, zementiert der Kanton Baselland den Stillstand. Unternehmertum braucht keine Notkredite, um die Symptome der Klimaerwärmung zu bekämpfen. Es braucht radikale Anpassungsfähigkeit und den Mut, veraltete Geschäftsmodelle endlich zu begraben.

Célina Bargémy
Célina Bargémy

Daten-Detektivin. Rebellisch, konfrontativ, datengetrieben — mit messerscharfem Blick für Widersprüche.

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