Das Spiel mit dem Feuer
Unternehmer wie der ehemalige Tech-Visionär Thomas Hodel haben es vorgemacht. Der Lockruf des Barbetrags aus der Pensionskasse ist süss, doch der Kater kommt mit der Steuerrechnung. Während der Bundesrat in Bern über Rentenreformen philosophiert, unterschätzen Schweizer Unternehmer bei der Liquidation ihrer Vorsorgegelder regelmässig die steuerliche Realität. Wer sich das Kapital auszahlen lässt, zahlt nach Angaben der Eidgenössischen Steuerverwaltung auf einen Schlag eine Kapitalleistungssteuer, die das Eigenkapital empfindlich schmälert.
Wenn die Gier den Verstand frisst
Die Versuchung ist gross, wenn das Business skaliert oder die Expansion ansteht. Doch wer das Vorsorgegeld als privates Investmentkapital missbraucht, riskiert den sozialen Abstieg. Das ist kein strategischer Schachzug, sondern ein Vabanquespiel. Die Mathematik ist unbestechlich und schert sich nicht um unternehmerische Träume.
Wer sich das Kapital heute auszahlen lässt, um die Firmenbilanz zu schönen, hat morgen keine Altersvorsorge mehr, sondern nur noch ein Loch in der Bilanz.
— Célina Bargémy, Gründerzeit
Die Illusion der Unabhängigkeit
Investoren wie Marc P. Bernegger predigen oft das Risiko, doch im Bereich der zweiten Säule ist Risiko das Gift für die Altersvorsorge. Die steuerliche Belastung beim Bezug ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein massiver Eingriff in die langfristige Kaufkraft. Unternehmer müssen verstehen, dass der Fiskus bei der Auszahlung als stiller Teilhaber an vorderster Front mitkassiert. Wer dies ignoriert, ist kein mutiger Unternehmer, sondern ein naiver Glücksritter.
Der Kapitalbezug ist der Goldene Käfig, aus dem man ohne Steuerhinterziehung nicht mehr entkommt.
— Célina Bargémy, Gründerzeit
Nüchterne Zahlen statt Visionen
Die Realität ist ernüchternd: Laut den Daten des Bundesamtes für Statistik sinkt die Netto-Rendite nach Steuern für viele Unternehmer massiv, sobald sie die Pensionskasse plündern. Wer die Steuerprogression nicht in seine Kalkulation einbezieht, baut sein eigenes Alters-Elend. Es ist an der Zeit, dass Schweizer Firmengründer aufhören, ihre Altersvorsorge als Ersatzbank für ihre operativen Finanzen zu betrachten. Die Kasse ist nicht dazu da, um unternehmerische Fehlentscheidungen im Kerngeschäft zu kompensieren.





