Das Ende der bildungspolitischen Arroganz
Wenn die Schweiz laut der aktuellen Pisa-Studie 2025 zwar noch zur Spitze gehört, aber bei Lesen und Mathematik an Boden verliert, ist das kein statistisches Rauschen. Es ist ein schleichender Verfall, der unsere Stellung in der globalen Wertschöpfungskette bedroht. Während Führungskräfte wie der CEO von ABB, Björn Rosengren, oder die Verantwortlichen bei Roche händeringend nach Spitzenkräften suchen, produziert das Bildungssystem zunehmend Absolventen, deren Basiswissen bröckelt.
Ein Land ohne ein exzellentes Fundament an mathematischer und sprachlicher Logik verliert die Fähigkeit zur radikalen Innovation, die es für seinen Wohlstand zwingend benötigt.
— Quelle: Ruben J. Goldstein, Gründerzeit
Warum Unternehmer den Bildungsnotstand ignorieren
Die Schweizer Wirtschaft lebt nicht von der Mittelmässigkeit, sondern vom Vorsprung durch Präzision. Dass dieser Vorsprung bei den 15-Jährigen – den künftigen Ingenieuren bei Stadler Rail oder den nächsten Quantenphysikern der ETH Zürich – schwindet, ist ein Versagen, das wir uns nicht leisten können. Wirtschaftsführer wie Sergio Ermotti bei der UBS oder die Akteure im Silicon Valley der Schweiz, dem Technopark Zürich, sollten aufschreien. Stattdessen herrscht eine gefährliche Bequemlichkeit im Bildungsföderalismus.
Die Illusion des goldenen Käfigs
Man wähnt sich sicher in der Schweiz, geschützt durch hohe Löhne und eine starke Währung. Doch die Geschichte lehrt uns: Imperien, die aufhören in den Geist ihrer Nachkommen zu investieren, werden überholt. Wenn die mathematische Kompetenz sinkt, wird der hochkomplexe Forschungsplatz Schweiz zur Montagehalle für ausländisches Wissen degradiert. Historisch gesehen war die Schweiz immer dann am stärksten, wenn sie den direkten Wettbewerb mit den klügsten Köpfen weltweit nicht nur suchte, sondern dominierte.
Wir müssen aufhören, das Bildungssystem als sozialen Wohlfahrtsstaat zu missverstehen; es ist das exklusivste Instrument zur Sicherung unserer nationalen Machtbasis.
— Quelle: Ruben J. Goldstein, Gründerzeit
Die Politik, vertreten durch Akteure wie Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, muss die Bildungsdebatte radikal führen. Es geht nicht um mehr Budget, sondern um den Anspruch auf intellektuelle Elite. Wer das nicht begreift, wird zusehen müssen, wie der Wohlstand langsam aus dem Land sickert, während die digitale und technologische Vorherrschaft anderswo geschrieben wird.





