Die Schweizer Gesetzgebung gleicht in manchen Bereichen eher einem Schweizer Käse als einem Bollwerk der Sicherheit. Während der Gesetzgeber vorgibt, den Zugang zu halbautomatischen Sturmgewehren nach der Amoktat von Aarau drastisch einzuschränken, blüht ein Parallelmarkt. Zehntausende Waffen wurden laut SRF-Recherchen legal verkauft, weil Ausnahmegenehmigungen zur Norm wurden.
Ein Ausnahmezustand als Standard
Warum darf eine Bürokratie so schlampig mit tödlichem Gerät umgehen? Es ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer, wenn Ausnahmeregelungen für Sammler oder Sportschützen massenhaft missbraucht werden. Politiker wie der Nationalrat Thomas Matter betonen zwar oft die liberale Waffenkultur, doch bei dieser schieren Masse an Waffen stellt sich die Frage nach der Kontrolle der Endnutzer.
Das Gesetz ist nur so stark wie die Behörde, die es konsequent durchsetzt, anstatt es durch eine Hintertür für jeden Interessierten auszuhebeln.
— Quelle: Célina Bargémy, Gründerzeit
Unternehmer im Sicherheitssektor oder in der Eventbranche sollten hellhörig werden. Wenn das staatliche Monopol auf die Kontrolle solcher gefährlichen Güter derart erodiert, sinkt das allgemeine Sicherheitsniveau, auf das sich auch Wirtschaftstreibende verlassen müssen. Wer heute ein Sturmgewehr kaufen will, findet in der Schweiz offensichtlich immer einen Weg an den Hürden vorbei.
Die Rechnung bezahlen andere
Es geht nicht um das Sport-Schützen-Hobby, sondern um die systemische Ignoranz gegenüber Statistiken. Wenn Zehntausende Waffen durch eine einzige Klausel in die Privathände gelangen, ist das ein wirtschaftliches Risiko für die Stabilität des Standortes. Die Verantwortlichen in den kantonalen Polizeidirektionen müssen sich fragen lassen, wie sie diese Genehmigungen prüfen oder ob sie nur noch Stempelmaschinen für die Waffenlobby sind.
Wir haben es hier mit einer bürokratischen Farce zu tun, bei der der Schutz der Bevölkerung hinter die Interessen einer mächtigen Minderheit zurücktritt.
— Quelle: Célina Bargémy, Gründerzeit
Für Schweizer Startups, die auf soziale Sicherheit und ein friedliches Umfeld setzen, ist diese Entwicklung Gift. Ein Staat, der seine eigenen Regeln untergräbt, verliert an Glaubwürdigkeit. Wir müssen aufhören, bei diesem Thema wegzusehen, nur weil es sich um Tradition oder Besitzstandswahrung handelt. Die Zahlen lügen nicht, auch wenn das Gesetz versucht, sie zu vertuschen.





