Rohstoffe statt Romantik
Ursula von der Leyen spielt ein gefährliches Spiel. Während die EU in Brüssel den Green Deal propagiert, werden im hohen Norden Fakten geschaffen, die wenig mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Grönland verfügt über die weltweit grössten Reserven an Seltenen Erden, die für die industrielle Zukunft Europas unerlässlich sind. Die EU-Kommission investiert gezielt in Infrastrukturprojekte, um den Zugriff auf diese Schätze zu sichern.
Wer in der Arktis nur auf das Klima schaut, hat den geopolitischen Schuss nicht gehört.
— Célina Bargémy, Gründerzeit
Schweizer Firmen im Windschatten
Für Schweizer Unternehmen ist das keine abstrakte Debatte in der Arktis. Firmen wie Glencore müssen die strategische Verschiebung der Lieferketten genau beobachten. Wenn die EU durch direkte politische Abkommen die Kontrolle über grönländische Minenprojekte wie Kvanefjeld forciert, verändert das die globale Marktordnung radikal. Schweizer Rohstoffhändler, die bisher vom freien Markt profitierten, stehen plötzlich vor einer politisch abgeschotteten Konkurrenz.
Das Treffen zwischen EU-Vertretern und der grönländischen Regierung unter Múte B. Egede markiert eine Zäsur. Es geht nicht um Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern um den Versuch, Grönland in den westlichen Sicherheitsblock zu zwingen, bevor Donald Trump erneut mit Milliarden und Drohgebärden den Markt aufmischt. Der ehemalige Präsident hat Grönland bereits in der Vergangenheit offen als Objekt der Begierde bezeichnet.
Die Arktis ist der neue Spielplatz der Grossmächte, und die EU versucht krampfhaft, ihren Anteil am Kuchen zu sichern.
— Múte B. Egede, Regierungschef von Grönland
Ein teurer Bluff
Unternehmer in der Schweiz müssen sich fragen, welche Rolle sie in diesem geopolitischen Poker einnehmen. Der Zugriff auf Seltenerdmetalle wird zur zentralen Währungsfrage der kommenden Dekade. Wenn Brüssel die Daumenschrauben anzieht, bleiben Schweizer KMU auf der Strecke, die ihre Abhängigkeit von China noch nicht gelöst haben. Die Arktis-Strategie der EU ist kein Geschenk für den Kontinent, sondern eine Kampfansage an alle, die nicht mit am Brüsseler Verhandlungstisch sitzen.





