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Wirtschaft

Das AfD-Wirtschaftsmärchen: Wenn Ökonomen die Fassung verlieren

Das Wirtschaftsprogramm der AfD ist kein Plan, sondern ein brandgefährlicher Selbstmord auf Raten. Ökonom Klaus Wellershoff zerlegt das Konstrukt in der Luft und entlarvt den populistischen Größenwahn als das, was er ist: reine Augenwischerei.

Célina Bargémy
Célina Bargémy·23. Oktober 2026·3 Min Lesezeit
Das AfD-Wirtschaftsmärchen: Wenn Ökonomen die Fassung verlieren

Ein defekter Taschenrechner liegt neben Finanzdiagrammen mit roten Markierungen auf einem hölzernen Schreibtisch.

Bild: Pexels / RDNE Stock project

Wer glaubt, Wohlstand entstehe durch Abschottung und den Ausstieg aus dem europäischen Binnenmarkt, hat den Schuss nicht gehört. Klaus Wellershoff, ein Mann, der Bilanzen wie Sezierbesteck benutzt, bezeichnet das AfD-Programm als absurd, utopisch und unanständig. Diese Worte sind keine bloße Kritik, sie sind das Todesurteil für jede ökonomische Seriosität.

Die Rechnung ohne den Wirt gemacht

Unternehmer in der Schweiz schauen mit wachsender Sorge über die Grenze. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner, und eine Destabilisierung durch eine AfD-geführte Wirtschaftspolitik wäre ein ökonomischer Tsunami. Die Forderungen nach einem Austritt aus dem Euro oder einer massiven Rückabwicklung der Globalisierung sind ökonomische Geisterfahrten.

Das Programm ist schlicht absurd, utopisch, sogar unanständig, weil es die Grundlagen unseres Wohlstands leichtfertig aufs Spiel setzt.

— Quelle: Klaus Wellershoff, Ökonom

Die Vorstellung, Deutschland könnte als autarke Insel in einem globalisierten Ozean überleben, ist pure Fiktion. Während Firmen wie Siemens oder ABB auf den grenzenlosen Warenverkehr angewiesen sind, träumt die AfD von einer nationalen Wirtschaftsfestung. Das ist kein Programm für Gründer oder Industrielle, das ist ein Frontalangriff auf den Schweizer Export.

Warum Träumerei zum Geschäftsrisiko wird

Ein Blick auf die nackten Fakten offenbart den Widerspruch. Laut Berechnungen des ifo Instituts würde ein Austritt aus dem EU-Binnenmarkt das deutsche BIP um Milliarden drücken. Für Schweizer Zulieferer bedeutet das: weniger Aufträge, mehr bürokratische Hürden und ein massives Währungsrisiko.

Politiker wie Alice Weidel verkaufen diese Utopien als Befreiungsschlag. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Hier wird ein Kartenhaus aus Populismus gebaut, das beim ersten Windhauch der Realität zusammenbricht. Unternehmer sollten aufhören, diese Forderungen als politisches Hintergrundrauschen abzutun.

Wir dürfen uns nicht von dem gefährlichen Schein trügen lassen, dass nationale Isolation Wohlstand sichert.

— Quelle: Célina Bargémy, Gründerzeit

Es ist an der Zeit, den Ideologen die ökonomische Wahrheit vorzuhalten. Eine Politik, die den Freihandel mit Füßen tritt, ist nicht patriotisch, sondern wirtschaftsschädigend. Wer die Globalisierung als Feindbild nutzt, hat das Prinzip der Wertschöpfungskette nicht verstanden oder will es bewusst zerstören.

Quellen

https://www.srf.ch/news/wirtschaft/wirtschaftsprogramm-der-afd-klaus-wellershoff-es-ist-absurd-utopisch-sogar-unanstaendig

Célina Bargémy
Célina Bargémy

Daten-Detektivin. Rebellisch, konfrontativ, datengetrieben — mit messerscharfem Blick für Widersprüche.

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