Das Subventions-Karussell dreht sich
Das Nant de Drance Pumpspeicherwerk im Wallis ist das stolze Aushängeschild der Schweizer Energiewende. Mit Investitionen von rund 2 Milliarden Franken, wie die Alpiq Holding AG selbst in ihren Geschäftsberichten ausweist, wird es als Batterie der Nation vermarktet. Doch wer genau hinsieht, erkennt die systemische Schwäche hinter der massiven Betonmauer. Es ist ein Projekt, das massiv von den politischen Rahmenbedingungen des Bundes profitiert, während die operativen Risiken elegant auf den Steuerzahler abgewälzt werden.
Der CEO von Alpiq, Zeljko Japundza, spricht in Interviews gerne von Versorgungssicherheit. Dabei unterschlägt er konsequent, dass die Profitabilität dieser Anlage in direktem Zusammenhang mit der Volatilität der europäischen Strommärkte steht. Die Schweiz baut hier nicht für die Autarkie, sondern für den profitablen Handel mit den Nachbarstaaten. Es ist ein gläserner Palast der Subventionsökonomie.
Die Energiewende wird zum Vehikel für Renditen, während die moralische Überlegenheit nur als verkaufsförderndes Mäntelchen dient.
— Quelle: Célina Bargémy, Gründerzeit
Der CEO im Netz der Abhängigkeiten
Der Verwaltungsratspräsident von Alpiq, Jean-Yves Pidoux, weiss genau, dass ohne die Rückendeckung durch den Bund das Projekt kaum die notwendige Risikoklasse erreicht hätte. Die Verflechtung zwischen Politik und Energiekonzernen ist so eng, dass von freiem Wettbewerb kaum noch die Rede sein kann. Wenn Politiker wie Bundesrat Albert Rösti die Erneuerbaren als alternativlos preisen, dann ebnen sie den Weg für Grosskonzerne, die sich bereits die Taschen vollgestopft haben.
Die Schweizer Unternehmer stehen an der Seitenlinie und zahlen die hohen Strompreise, während die Akteure am Markt die Spielregeln diktieren. Es geht nicht um die Rettung des Planeten. Es geht um die Kontrolle über die wichtigste Ressource des 21. Jahrhunderts. Die Zahlen belegen, dass die Renditeerwartungen bei solchen Projekten oft vor den tatsächlichen ökologischen Nutzen gestellt werden.
Ein System vor dem Offenbarungseid
Schauen wir auf die Bilanzen. Die Kapitalrendite von Infrastrukturprojekten in der Schweizer Alpenwelt ist bei genauerer Betrachtung durch die Analysten der Credit Suisse als höchst spekulativ eingestuft worden. Wenn die Strompreise fallen, schrumpfen die Margen der Alpiq schneller, als der Schnee in der Sommersonne schmilzt. Doch anstatt das Risiko zu korrigieren, wird nach weiteren staatlichen Garantien gerufen.
Unternehmer müssen endlich aufwachen. Wer glaubt, die aktuelle Energiewende sei ein rein technokratischer Prozess für eine nachhaltige Zukunft, der hat das Spiel der Macht nicht verstanden. Es ist ein Überlebenskampf der alten Energie-Giganten, die sich mit grüner Farbe einen neuen Anstrich geben, um das alte Monopol-Modell in die Zukunft zu retten.
Wer das Spiel der Energiekonzerne mitspielt, sollte sich bewusst sein, dass er nicht in die Zukunft investiert, sondern in die Subventionierung der eigenen wirtschaftlichen Knebelung.
— Quelle: Célina Bargémy, Gründerzeit





