Vom Sparstrumpf zum Stiftungsmodell
Früher wurde in der Schweiz Reichtum oft gut versteckt. Heute ist das anders. Die neue Generation der Wohlhabenden hat begriffen, dass man sich im Grabe nicht warm anziehen kann, und dass ein aktives Engagement in der Gesellschaft den eigenen Namen länger am Leben erhält als jede Bankeinlage.
Die Schweiz ist ein Stiftungs-Hotspot. Gemäß dem Stiftungsreport gibt es hier eine Dichte an privaten Stiftungen, die weltweit herausragt. Es geht nicht mehr nur darum, ein Museum zu finanzieren, sondern darum, Lösungen für globale Probleme zu finden – von der Bildung in Schwellenländern bis zur Forschung gegen Krankheiten.
Philanthropie ist kein Almosen, sondern ein Projekt
Die moderne Philanthropie agiert wie ein Unternehmen. Man möchte Wirkungen sehen. Es wird analysiert, evaluiert und gesteuert, als wäre man am Aktienmarkt. Das ist typisch schweizerisch: Sorgfalt und Messbarkeit stehen über blinder Wohltätigkeit.
Wirkungsstarke Philanthropie ist der Hebel, um gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.
— Quelle: SwissFoundations
Natürlich gibt es Kritiker, die sagen, dass hier eine parallele Regierung stattfindet. Doch wenn private Gelder dort wirken, wo staatliche Mittel bürokratisch versanden, dann ist das doch nur zu begrüßen. Solange der Wille zur Verbesserung des Gemeinwohls echt ist, spielt die Quelle des Geldes eine untergeordnete Rolle.
Verantwortung jenseits der Bilanz
Diese Form des Gebens zeigt ein gewisses Maß an Reife. Wer verstanden hat, dass sein Vermögen auch ein Produkt des stabilen Schweizer Umfelds ist, gibt etwas zurück. Es ist ein ungeschriebener Gesellschaftsvertrag zwischen den Vermögenden und der Allgemeinheit.
Der Trend zum sogenannten Impact Investing zeigt, dass es nicht mehr reicht, Geld zu spenden. Das Kapital selbst soll einen positiven Beitrag leisten, ohne dass der wirtschaftliche Aspekt komplett verloren geht. Das ist pragmatisch, effizient und am Ende des Tages genau das, was die Welt braucht: weniger Gerede, mehr Resultate.





