Der Schweizer Franken bleibt ein Phänomen, das ökonomische Gesetze zu beugen scheint. Investoren flüchten in Zeiten globaler Krisen in den Franken wie in eine mittelalterliche Burg. Doch diese Stärke gleicht einer währungspolitischen Fessel.
Die Illusion der Überlegenheit
Ein starker Franken macht Importe billig, doch er zwingt unsere Industrie in einen permanenten Überlebenskampf. Wer seine Waren weltweit zu Höchstpreisen anbietet, muss entweder genial oder schmerzfrei sein. Die Schweizer Exportwirtschaft hat sich als beides erwiesen, doch die Margen schmelzen wie Gletscher in der julischen Sonne.
Der Franken ist das Opfer seines eigenen Rufs als sicherer Hafen. — Quelle: Finanzbericht 2023.
Die Nationalbank agiert als Wächterin, die versucht, den Damm gegen die Aufwertung zu halten. Man spielt ein gefährliches Spiel gegen die Marktmechanismen. Historisch gesehen endet jede künstliche Währungsstärke in einer industriellen Erosion.
Strukturwandel oder Abstieg
Wenn die Währung zu teuer ist, wandert die Produktion ab. Das ist kein Verrat, sondern kühles Kalkül. Die Schweiz muss sich fragen, ob sie als Hochpreisinsel überleben will, während die europäischen Nachbarn ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Abwertungen zurückgewinnen.
Die Währungsstärke ist ein zweischneidiges Schwert, das bei falscher Führung den Träger verwundet. — Quelle: Ökonomisches Institut Zürich.
Es braucht mehr als nur den Stolz auf den Schweizer Fünfliber. Innovation muss die Währung rechtfertigen, nicht nur der Ruf. Bleiben die technologischen Sprünge aus, wird der Franken vom Sicherheitsversprechen zur ökonomischen Belastung.





