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Unternehmertum

Das goldene Zeugnis der Inkompetenz: Wenn staatliche Gönnerschaft das Handwerk erstickt

Die staatliche Startup-Förderung in der Schweiz hat sich zu einem gefährlichen Instrument der Marktverzerrung entwickelt, das echte unternehmerische Substanz durch eine künstliche Atmosphäre der Selbstzufriedenheit ersetzt.

Friedrich Stelzenbach
Friedrich Stelzenbach·27. September 2026·6 Min Lesezeit
Das goldene Zeugnis der Inkompetenz: Wenn staatliche Gönnerschaft das Handwerk erstickt

Ein traditionelles Schweizer Chalet mit hölzernen Details und rotem Blumenschmuck im Zürcher Kloten.

Bild: Pexels / Alexandra Lavizzari

Ein Fundament aus Treibsand

Die Geschichte von Marc Dusek, dem Gründer des Zürcher Softwarehauses NexaFlow, liest sich wie ein Märchen aus einer Ära, in der Kapital noch verdient und nicht zugewiesen wurde. NexaFlow erhielt vor drei Jahren eine beachtliche Anschubfinanzierung der Innosuisse, jener Institution, die sich als Geburtshelferin der helvetischen Innovationskraft geriert. Doch statt unter dem Druck eines harten Marktes zu reifen, verbrachte Dusek wertvolle Monate mit dem Ausfüllen von Formularen für administrative Rechenschaftsberichte, statt die Klingen seiner Produktarchitektur zu schleifen. Ein Schweizer Uhrmacher würde einen Lehrling entlassen, der mehr Zeit mit dem Polieren der Werkzeugkiste als mit dem Einstellen der Unruh verbringt.

Die Illusion der schmerzfreien Innovation

Unternehmerisches Gedeihen braucht den rauen Wind der Realität, nicht die wohlige Wärme staatlicher Subventionsklimaanlagen. Wenn Innosuisse-Projekte wie jenes von Marc Dusek in der Bilanz als Erfolgsgeschichten geführt werden, ignoriert dies die Opportunitätskosten einer ganzen Generation von Talenten, die sich im Förderdschungel verirrt haben. Laut den Jahresberichten der Innosuisse wurden 2023 hunderte Millionen Franken in Innovationsprojekte gepumpt, doch der Output an wirklich disruptiven, weltweit konkurrenzfähigen Unternehmen bleibt im Verhältnis dazu bemerkenswert überschaubar. Das Streben nach agilen Sprints ersetzt dabei oft die handwerkliche Geduld, die notwendig ist, um ein Produkt von Weltklasse zu schaffen.

Subventionen sind das Opium des Unternehmertums; sie betäuben den Überlebensinstinkt und lassen jeden mittelmässigen Entwurf wie ein Meisterwerk erscheinen.

— Friedrich Stelzenbach, Gründerzeit

Rückbesinnung auf das Wahre

Die Geschichte von NexaFlow endete nicht mit einer globalen Marktdominanz, sondern mit einer schleichenden Abhängigkeit von weiteren Fördergeldern und einem zähen Verkaufsprozess an einen ausländischen Konzern. Der wahre Geist des helvetischen Unternehmertums, wie er einst von Industriepionieren wie Escher oder Sulzer verkörpert wurde, verlangte nach Mut zum Risiko und nicht nach einem staatlichen Sicherheitsnetz. Eine Wirtschaft, die sich auf das Auslesen von Förderkriterien spezialisiert hat, verlernt das Lesen der Kundenbedürfnisse. Es ist an der Zeit, die Förderstellen auf ein Minimum zu reduzieren und das Kapital wieder denjenigen zu überlassen, die den direkten Kontakt zum Markt suchen und nicht zum Staatssekretariat.

Der grösste Feind der Schweizer Innovationskraft ist nicht der Mangel an Geld, sondern der Überfluss an staatlicher Fürsorge, die den Biss der Gründer abstumpft.

— Friedrich Stelzenbach, Gründerzeit

Friedrich Stelzenbach
Friedrich Stelzenbach

Senior-Korrespondent. Entschleunigt, präzise, literarisch — 24-Karat-Qualität.

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