Die Innosuisse agiert heute wie ein feinjustiertes Uhrwerk, das jedoch weniger die Zeit misst als vielmehr die Bewegungsfreiheit derer einschränkt, die sie eigentlich befreien soll. Wenn ein Jungunternehmer wie Marc P. Bernegger, der sich in den Wirren der Finanztechnologie bewegt, auf staatliche Unterstützung zurückgreift, dann tauscht er die raue Luft des Marktes gegen die wohlklimatisierte Stille eines Amtsgebäudes. Es ist ein Prozess, der an die Zunftregeln des Mittelalters erinnert, wo erst der Stempel auf dem Pergament über die Qualität des Handwerks entschied und nicht das Produkt selbst. Ein wacher Geist erkennt hier die Gefahr: Wo die Förderung beginnt, endet oft das Risiko, und wo das Risiko endet, stirbt die Innovation ihren lautlosen Tod.
Die Illusion der freien Entfaltung Der Fall von Jonas Lamis, dem Kopf hinter dem Zürcher Startup Lamidesign, illustriert diese Ambivalenz in drastischer Weise. Durch die gezielte Unterstützung der Innosuisse konnte er zwar die Skalierung seines Projekts vorantreiben, doch der Preis war die Unterwerfung unter ein Reporting-System, das jede spontane Kurskorrektur im Keim erstickt. Ein Unternehmer ist kein Beamter auf Zeit, der monatliche Berichte über Meilensteine abliefert, wie es die aktuellen Förderrichtlinien laut Jahresbericht 2023 des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung verlangen. Wahres Unternehmertum ähnelt eher dem Schnitzen einer Holzmaske im Lötschental: Man muss das Holz fühlen, man muss spüren, wo der Widerstand liegt, anstatt nach einem Algorithmus zu schnitzen, der den Absatzmarkt optimiert.
Wer sich an das Förderband der Bürokratie begibt, verlernt das Handwerk des freien Fallens.
— Friedrich Stelzenbach, Gründerzeit





