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Der Risikokapital-König von Zug: Wie Wingman Ventures die Schweizer DNA verändert

Wer glaubt, Schweizer Start-ups seien nur brave Ingenieurs-Spielereien, hat die letzten Jahre verschlafen. Die Jungs von Wingman Ventures haben das Kapital-Spiel in der Schweiz radikalisiert und zeigen, dass ambitionierte Skalierung keine US-Importware ist.

Dorian Dorner
Dorian Dorner·18. August 2026·4 Min Lesezeit
Der Risikokapital-König von Zug: Wie Wingman Ventures die Schweizer DNA verändert

Ein Geschäftsmann analysiert aktuelle Finanzdaten auf einem großen Bildschirm in einem modernen Büro in Zug.

Bild: Pexels / Kampus Production

Die Schweizer Startup-Landschaft hat sich von einem Hort für gemütliche Mittelständler zu einem Brutkasten für technologische Weltmarktführer entwickelt. Ein massgeblicher Treiber dieser Evolution ist Wingman Ventures. Die Gründer Lukas Weder, Pascal Mathis und Alex Stöckl haben mit ihrem radikalen Fokus auf Pre-Seed- und Seed-Finanzierungen eine Lücke besetzt, die das Schweizer Ökosystem dringend brauchte. Während traditionelle Banken bei Software-Ideen oft noch die Stirn runzeln, setzen sie auf Gründer mit globalen Ambitionen.

Wenn Ingenieure plötzlich das Verkaufen lernen

Das Schweizer Problem war lange nicht der Mangel an Talent, sondern der Mangel an Gier. Ingenieure der ETH Zürich oder EPFL Lausanne hatten brillante Produkte, aber keine Ahnung, wie man ein Unternehmen in ein globales Imperium verwandelt. Wingman Ventures erzwingt diesen Kulturwandel. Sie agieren nicht nur als Scheckbuch, sondern als Sparringspartner, die Gründer wie jene von DePoly oder Yokoy dazu drängen, das Produkt-Marketing in den Vordergrund zu rücken.

Der grösste Fehler der Schweizer Gründer ist die Bescheidenheit. Wer als kleiner Spieler in den Ring steigt, wird im Silicon Valley nicht einmal als Sparringspartner wahrgenommen.

— Quelle: Pascal Mathis, Founding Partner Wingman Ventures

Kapital ist das neue Benzin

Die Geschwindigkeit, mit der Wingman Ventures investiert, ist für Schweizer Verhältnisse untypisch. Laut eigenen Berichten des Unternehmens flossen in den letzten Jahren signifikante Summen in Deep-Tech-Projekte, die sonst im Tal der Ahnungslosen gelandet wären. Es ist dieser Mut zum Risiko, der den Unterschied macht. Sie wissen genau, dass 90 Prozent der Investitionen keinen signifikanten Gewinn abwerfen, aber die restlichen zehn Prozent das gesamte Ökosystem heben.

Innovation ist kein Hobby für Sonntagnachmittage, sondern ein brutaler Wettbewerb um Marktanteile, bei dem nur die schnellsten Kapitalspritzen überleben.

— Quelle: Dorian Dorner, Gründerzeit

Die nächste Stufe der Evolution

Die Schweizer Wirtschaft wird von der Arbeit von Weder und seinem Team profitieren, weil sie den Fokus weg von der reinen Forschung hin zur massentauglichen Anwendung verschieben. Es geht nicht mehr um den perfekten Algorithmus in einer Laborschublade in Lausanne, sondern um die Anwendung in einem globalen Markt. Die Schweiz ist klein, aber die Ambition von Wingman Ventures macht sie in der Tech-Welt plötzlich wieder relevant.

Dorian Dorner
Dorian Dorner

Tech-Optimist und Startup-Beobachter. Enthusiastisch, kritisch-prüfend, interviewt gerne Gründer.

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