Die Windkraftdebatte in der Schweiz leidet seit Jahren unter dem Dogma, dass grüne Energie zwingend zulasten der Biodiversität gehen muss. Diese falsche Zweiteilung ist nun technisch überholt. Ein Team um Forscher wie Adriaan Dokter vom Cornell Lab of Ornithology zeigt eindrucksvoll, wie Wetter-Radar-Algorithmen das Problem lösen, indem sie genau dann den Stecker ziehen, wenn Vogelschwärme den kritischen Luftraum passieren. Die Technologie schlägt die Ideologie, zumindest wenn man bereit ist, in smarte Systeme zu investieren.
Daten statt Verbote
Unternehmen wie der Schweizer Anlagenbauer Repower oder die Entwickler bei Alpiq stehen vor der Aufgabe, den Zubau massiv zu beschleunigen, ohne bei jedem Projekt in langwierige Einspracheverfahren zu laufen. Die automatisierte Abschaltung ist hier kein notwendiges Übel, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Wer seine Windparks digital vernetzt und mit Wetterdaten speist, reduziert die Produktionsausfälle auf ein absolutes Minimum und sichert sich die gesellschaftliche Akzeptanz. Es ist eine direkte Antwort auf die Skepsis gegenüber der Energiewende, die bisher vor allem mit emotionalen Gegenargumenten gefüttert wurde.
Die technologische Kontrolle des Vogelzugs ermöglicht eine Koexistenz von Klimaschutz und Artenschutz, die ohne Digitalisierung schlicht unmöglich wäre.
— Quelle: Dorian Dorner, Gründerzeit
Profit durch Präzision
Es geht hier nicht um ein paar Prozent mehr Effizienz, sondern um die Frage, ob Schweizer Startups in der Klimatechnologie den Anschluss an den europäischen Markt halten können. Wenn Ingenieure wie jene beim Zürcher Startup 3db Access oder ähnliche Innovatoren aus dem Bereich Sensorik diese Daten in ihre Steuerungssoftware integrieren, wird die Windkraft im Jura oder in den Alpen nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen. Investoren wie jene von BlueOrchard oder Investiere sollten genau hier hinschauen. Wer das Problem des Vogelschlags technisch löst, öffnet das Tor für Milliardeninvestitionen in eine saubere Energieinfrastruktur.
Wir brauchen keine Angst vor der Natur, wir brauchen bessere Schnittstellen zwischen ökologischen Daten und industrieller Steuerung.
— Quelle: Adriaan Dokter, Forscher und Studienleiter
Quellen
https://www.srf.ch/wissen/technik/windkraft-ohne-vogeltod-wetter-radardaten-koennen-voegel-vor-windraedern-schuetzen





