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Der SMS-Blaster als Staatsbesitz: Ein Armutszeugnis für die Cybersicherheit

Die Schweizer Polizei spielt jetzt IT-Sicherheit mit dem Spielzeug eines verurteilten Kriminellen. Dass ein beschlagnahmter SMS-Blaster zum Herzstück staatlicher Schulungen wird, offenbart die erschreckende technologische Unterlegenheit der Behörden gegenüber digitalen Kleinkriminellen.

Célina Bargémy
Célina Bargémy·13. Oktober 2026·3 Min Lesezeit
Der SMS-Blaster als Staatsbesitz: Ein Armutszeugnis für die Cybersicherheit

Das historische Gebäude der alten Polizeistation in Singapur an einem regnerischen Tag.

Bild: Pexels / 小和尚 温柔的

Ein verurteilter Betrüger sitzt hinter Gittern, doch sein technisches Equipment macht Karriere beim Staat. Die Schweizer Polizei nutzt den beschlagnahmten SMS-Blaster nun für interne Schulungen, um die eigene Abwehr zu stärken. Was die Behörden als Innovation verkaufen, ist in Wahrheit ein Eingeständnis absoluter Ratlosigkeit. Wenn der Staat ein veraltetes Gerät eines Kriminellen braucht, um zu verstehen, wie Phishing funktioniert, dann brennt die Hütte längst lichterloh.

Ein digitales Feigenblatt der Behörden

Unternehmer in der Schweiz wiegen sich in Sicherheit, während die Polizei mit Museumsstücken hantiert. Laut dem SRF wurde das Gerät sichergestellt, um die Funktionsweise von massenhaften SMS-Attacken zu analysieren. Diese Taktik ist so alt wie das mobile Internet selbst. Während sich hochkarätige Kriminelle längst mit KI-gestützter Deepfake-Technologie an die Konten von Schweizer KMUs heranpirschen, studieren die Sicherheitskräfte das Einmaleins des SMS-Versands.

Der Einsatz beschlagnahmter Altlasten beweist lediglich, dass der Staat technologisch immer den Kriminellen hinterherläuft, anstatt den digitalen Raum proaktiv zu sichern.

— Célina Bargémy, Gründerzeit

Die Gefahr für Schweizer KMUs bleibt real

Namen wie jener des verurteilten Betrügers sind nur die Spitze des Eisbergs. Firmen wie die Swisscom oder die NZZ-Gruppe berichten laufend über neue Wellen von Betrugsversuchen, die weit über simple SMS-Blaster hinausgehen. Der Fokus auf dieses eine Gerät kaschiert, dass die digitale Infrastruktur des Landes gegenüber Angriffen aus dem Ausland völlig entblösst ist. Professor Dr. Bernhard Hämmerli von der Hochschule Luzern warnt seit Jahren vor der mangelnden Resilienz unserer Systeme. Die Polizei braucht keine ausrangierten Gadgets, sie braucht eine Strategie, die nicht auf dem Stand von 2010 stehen bleibt.

Wir verwalten den technologischen Stillstand, während der Rest der Welt in Echtzeit unsere Daten stiehlt.

— Célina Bargémy, Gründerzeit

Der Fall zeigt ein strukturelles Problem in Bern. Statt massiv in Forschung und eine offensive Cyberabwehr zu investieren, wird die Entdeckung eines simplen technischen Werkzeugs als Erfolg gefeiert. Unternehmen sollten sich nicht auf den Staat verlassen. Wer heute glaubt, seine Firma sei sicher, weil die Polizei ein paar SMS-Geräte in einer Asservatenkammer analysiert, hat den digitalen Krieg bereits verloren.

Célina Bargémy
Célina Bargémy

Daten-Detektivin. Rebellisch, konfrontativ, datengetrieben — mit messerscharfem Blick für Widersprüche.

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