Wenn man in Singapur in einem gläsernen Büroturm sitzt und versucht, dem lokalen Immobilienhai zu erklären, dass man mit Schweizer Software die Welt digital nachbauen will, dann schauen die einen an, als käme man vom Mond. Nils Alstad, der Kopf hinter Nomoko, hat genau das gemacht. Während im Valley Milliarden in generatives Marketing verbrannt werden, baut man in Zürich an der digitalen Abbildung der physischen Welt. Das hat Substanz, das ist Handwerk, das ist fast schon bünzlig in seiner Gründlichkeit. Aber funktioniert das auch an einem verregneten Dienstagmorgen in Oerlikon, wenn die Cloud-Server wieder einmal zicken?
Präzision schlägt Marketing-Gewitter
Die Welt ist voll von KI-Start-ups, die versprechen, das Internet durch KI zu ersetzen. Nomoko hingegen bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Mit digitalen Zwillingen von Städten liefert das Unternehmen Daten, die so genau sind wie ein Schweizer Sackmesser. Die Firma hat sich laut Handelszeitung bereits früh positioniert, um komplexe urbane Räume für die Planung von Autonomie und Infrastruktur nutzbar zu machen. Das ist kein Hype, das ist angewandte Ingenieurskunst.
Die wahre Disruption passiert dort, wo die digitale Welt an den harten Beton stösst, nicht dort, wo sie in algorithmischen Träumereien verpufft.
— Quelle: Beni Moser, Gründerzeit
Man vergleiche das mit der Schweizer Tradition des Brückenbaus. Wer eine Brücke über die Aare schlägt, darf sich keine kreative Freiheit bei den Berechnungen erlauben. Alstad hat das verstanden. Die Integration von Daten in Echtzeit ist die neue Statik. Das unterscheidet Schweizer Start-ups von den amerikanischen Mitbewerbern, die oft mehr auf den Aktienkurs als auf die Funktionalität achten.
Die Skalierung des Heimatschutzes
Die Skalierung von solchen Systemen ist jedoch kein Spaziergang durch den Emmentaler Käseladen. Kunden wie grosse Immobilienentwickler erwarten Ergebnisse, die keine Fehler verzeihen. Während die Konkurrenz in den USA gerne mal ein Beta-Produkt auf die Welt loslässt, arbeitet Nomoko mit einer Tiefe, die man eher aus einer Zürcher Bankenrevision kennt als aus einem hippen Tech-Accelerator. Investoren wie die Zürcher Kantonalbank haben das Potenzial erkannt, weil hier eben kein Luftschloss verkauft wird, sondern eine operative Lösung für die Herausforderungen der urbanen Zukunft.
Wenn ein Start-up nicht in der Lage ist, seine technologische Präzision in einen soliden Cashflow zu verwandeln, dann ist es nur ein teures Hobby mit Marketingbudget.
— Quelle: Beni Moser, Gründerzeit
Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis, dass auch die beste KI an einer banalen Frage scheitert: Bringt sie den Leuten einen echten Mehrwert? Bei Nomoko sieht es aktuell danach aus. Wer Städte als Datensätze begreift, hat einen Hebel, den man nicht so schnell wegdiskutieren kann. Es ist Zeit, dass die Schweizer Gründer aufhören, sich hinter ihren Bergen zu verstecken und den technologischen Weltmarkt mit einer ordentlichen Portion Nüchternheit aufmischen.





