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Technologie

Der Roboter frisst das Schweizer Geschäftsmodell nicht – er poliert es auf

Die Angst vor der grossen Automatisierungswelle ist unbegründet, denn wer heute noch glaubt, dass Maschinen die Schweizer Wirtschaft ersetzen, hat den Kern der Innovation verpasst. Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt nicht von der Abwehr der KI ab, sondern von der Geschwindigkeit, mit der lokale Firmen ihre Prozesse in die nächste Ära katapultieren.

Dorian Dorner
Dorian Dorner·30. September 2026·4 Min Lesezeit
Der Roboter frisst das Schweizer Geschäftsmodell nicht – er poliert es auf

Ein hochmoderner Roboterarm automatisiert den Warenfluss in einem Schweizer Logistikzentrum.

Bild: Pexels / Peter Xie

Schauen wir uns den Zürcher Robotics-Spezialisten Sevensense Robotics an. Wer dort beobachtet, wie mobile Einheiten ihre autonomen Wege durch Lagerhallen finden, merkt schnell: Hier ersetzt niemand einen Menschen, der mitdenkt. Es geht um die Automatisierung der stupiden Meter, die kein Mensch gerne zurücklegt. Die Technologie nimmt uns das Gehen ab, damit wir uns auf das Entscheiden konzentrieren können.

Die Angst vor dem Stillstand

Das Narrativ vom verdrängten Arbeitnehmer ist ein Luxusproblem einer Gesellschaft, die den Anschluss an den technologischen Fortschritt fürchtet. Wenn wir laut Daten von Economiesuisse sehen, dass die Produktivitätsgewinne durch Automatisierung in der Schweiz noch lange nicht ihr Plateau erreicht haben, dann zeigt das nur eines: Wir sind zu vorsichtig. Investoren wie Daniel Gutenberg fordern zu Recht mehr Mut bei der Skalierung solcher Lösungen, statt sich in Debatten über die Ethik des Nichtstuns zu verlieren.

Die wahre Bedrohung für den Schweizer Wirtschaftsstandort ist nicht die künstliche Intelligenz, sondern die natürliche Trägheit in unseren Führungsetagen.

— Quelle: Dorian Dorner, Gründerzeit

Integration statt Isolation

Unternehmen wie Scandit zeigen mit ihrer Computer-Vision-Technologie, dass ein Smartphone-Scan heute komplexere Aufgaben löst als ein ganzer Logistik-Trupp vor zehn Jahren. Das ist keine Verdrängung, sondern eine massive Effizienzsteigerung. Wer seine Belegschaft nun zwingt, wieder analoge Inventurlisten zu führen, handelt nicht menschlich, sondern fahrlässig. Der Mensch im Loop ist in der Schweiz kein Auslaufmodell, sondern der Orchestrator einer hochkomplexen, automatisierten Wertschöpfungskette.

Automatisierung bedeutet Freiheit von repetitiver Last, nicht den Verlust der menschlichen Identität in der Werkstatt.

— Quelle: Prof. Roland Siegwart, ETH Zürich

Warum wir den Vorsprung halten

Die Schweiz ist kein Billiglohnland und wird es nie sein. Unsere einzige Chance auf dem Weltmarkt bleibt das Qualitätsversprechen gepaart mit einer technologischen Überlegenheit, die weit über das heute Sichtbare hinausgeht. Die Maschine ist unser Werkzeug, der Schweizer Gründergeist ist der Antrieb. Wer diesen Vorsprung als Gefahr begreift, hat schon verloren, bevor die erste Zeile Code überhaupt geschrieben wurde.

Dorian Dorner
Dorian Dorner

Tech-Optimist und Startup-Beobachter. Enthusiastisch, kritisch-prüfend, interviewt gerne Gründer.

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