Die ETH Zürich feiert sich mal wieder selbst. Prof. Dr. Robert Katzschmann und sein Team basteln an Robotern, die aussehen wie Fische oder Insekten. Das Ziel: Effizienz durch Natur-Kopien. Klingt edel, riecht aber nach der üblichen akademischen Weltfremdheit. Während Schweizer KMU an den Strompreisen ersticken, werden hier Millionen in die Nachahmung eines Quallen-Antriebs gesteckt.
Das Milliarden-Grab der Biomimetik
Schöne Worte wie Nachhaltigkeit dienen in diesen Laboren oft nur als Deckmantel für Forschungsgelder. Wenn Maschinen durch biomimetische Ansätze nachhaltiger werden sollen, dann stellt sich die Frage: Warum nicht erst einmal die Batterietechnik revolutionieren, statt die Form einer Libelle zu imitieren? Die Industrie braucht robuste Werkzeuge, keine mechanischen Spielzeuge für Fachkonferenzen. Peter Schärli, CEO der Robotik-Schmiede Solothurn-Tech, beklagt seit Jahren den Graben zwischen Labor und Werkshalle.
Die Natur hat Millionen Jahre gebraucht, um Evolution zu perfektionieren. Wir versuchen das in einer Doktorarbeit in drei Jahren nachzubauen – und wundern uns über den Mangel an industrieller Relevanz.
— Célina Bargémy, Gründerzeit
Wo bleibt der unternehmerische Nutzen
Der Schweizer Wirtschaftsstandort profitiert nicht von putzigen Robotern, die im Wasserbecken ihre Bahnen ziehen. Echte Nachhaltigkeit erfordert eine radikale Vereinfachung der Konstruktionen und eine Kreislaufwirtschaft bei seltenen Erden. Die aktuellen Projekte von Forschenden ignorieren die Kostenwahrheit der Produktion völlig. Wer eine Maschine bauen will, die so komplex wie ein Lebewesen ist, baut ein Wartungsproblem für die Ewigkeit. Eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Roland Berger zeigt, dass die Unterhaltskosten für hochkomplexe Robotik-Systeme die Energieeinsparungen oft um das Zehnfache übersteigen.
Nachhaltigkeit darf nicht zur Entschuldigung für technische Komplexität werden, die am Ende niemand bezahlen kann oder will.
— Célina Bargémy, Gründerzeit
Schluss mit der naturverliebten Illusion
Es ist Zeit für eine knallharte Bilanzprüfung in den Innovationsabteilungen der ETH und EPFL. Wenn die Natur als Vorbild dient, dann bitte beim Ressourcen-Management, nicht beim Design. Die Schweizer Robotik muss den Sprung von der Spielwiese in die reale Produktion schaffen. Investoren sollten aufhören, jeden Hype zu finanzieren, nur weil er ein grünes Etikett trägt. Wer nicht liefert, muss raus aus dem Fördertopf. Die Schweiz braucht keine biologisch inspirierten Roboter-Aquarien, sondern produktive Maschinen, die unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern.





