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Wenn Roboter fliegen wie Insekten: Warum wir die Natur als Hardware-Labor brauchen

Der klassische Drohnenbau hat ausgedient, denn echte Innovation findet nicht am Reißbrett, sondern in der Evolution statt. Professor Mirko Kovac beweist an der Empa und dem Imperial College London, dass die Zukunft der Robotik in biologischen Vorbildern liegt, statt in starren Metallgehäusen.

Dorian Dorner
Dorian Dorner·9. August 2026·3 Min Lesezeit
Wenn Roboter fliegen wie Insekten: Warum wir die Natur als Hardware-Labor brauchen

Eine moderne Drohne überfliegt eine verschneite Schweizer Winterlandschaft und demonstriert dabei technologische Präzision.

Bild: Pexels / David Bartus

Es ist Zeit, den alten Ingenieursstolz zu begraben, der glaubte, mit kalten Algorithmen die Welt neu zu erfinden. Wer heute noch Drohnen baut, die aussehen wie ein fliegender Akku mit Rotoren, hat den Anschluss verpasst. Mirko Kovac, Professor für Robotik an der Empa in Dübendorf, zeigt eindrücklich, wie Maschinen von Libellen oder Vögeln lernen müssen, um in komplexen Umgebungen überhaupt zu überleben.

Evolution statt Ingenieurs-Hochmut

Das Konzept ist bestechend einfach und doch technologisch komplex. Anstatt Drohnen für jeden Spezialfall neu zu konstruieren, lassen sich die Mechanismen aus der Natur kopieren. Wenn eine Drohne bei einem Zusammenstoß ihre Form anpassen kann oder wie ein Insekt auf einem Ast landet, dann wird das Gerät plötzlich effizient. Das ist nicht nur Spielerei für Labore, sondern der nächste große Hebel für die Schweizer Industrie.

Die Biologie hat Milliarden Jahre Vorsprung bei der Optimierung von Energieeffizienz und Anpassungsfähigkeit. Wer diese Lektion ignoriert, verbrennt bei der Entwicklung von autonomen Systemen nur unnötig Kapital.

— Quelle: Dorian Dorner, Gründerzeit

Der Schweizer Standort profitiert

Unternehmen, die heute in Robotik investieren, müssen den Fokus auf diese bio-inspirierten Ansätze legen. Die Schweiz bietet durch Institutionen wie die Empa und die ETH den idealen Nährboden, um solche Technologien in marktfähige Startups zu verwandeln. Es reicht jedoch nicht, nur zu forschen, denn die echte Herausforderung liegt in der Skalierbarkeit und der Widerstandsfähigkeit der Materialien.

Kovac arbeitet daran, dass Drohnen nicht mehr nur ferngesteuerte Spielzeuge sind, sondern robuste Werkzeuge für die Rettung oder Inspektion. Wenn ein Startup es schafft, die fragile Sensorik von heute mit der mechanischen Eleganz eines Insekts zu verheiraten, dann entsteht echtes geistiges Eigentum, das global bestehen kann. Wir brauchen mehr mutige Gründer, die sich trauen, von der Natur zu stehlen.

Quellen

https://www.srf.ch/wissen/technik/maschinen-als-lebewesen-wie-der-drohnen-forscher-die-natur-kopiert

https://www.empa.ch

Dorian Dorner
Dorian Dorner

Tech-Optimist und Startup-Beobachter. Enthusiastisch, kritisch-prüfend, interviewt gerne Gründer.

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