Es ist Zeit, den alten Ingenieursstolz zu begraben, der glaubte, mit kalten Algorithmen die Welt neu zu erfinden. Wer heute noch Drohnen baut, die aussehen wie ein fliegender Akku mit Rotoren, hat den Anschluss verpasst. Mirko Kovac, Professor für Robotik an der Empa in Dübendorf, zeigt eindrücklich, wie Maschinen von Libellen oder Vögeln lernen müssen, um in komplexen Umgebungen überhaupt zu überleben.
Evolution statt Ingenieurs-Hochmut
Das Konzept ist bestechend einfach und doch technologisch komplex. Anstatt Drohnen für jeden Spezialfall neu zu konstruieren, lassen sich die Mechanismen aus der Natur kopieren. Wenn eine Drohne bei einem Zusammenstoß ihre Form anpassen kann oder wie ein Insekt auf einem Ast landet, dann wird das Gerät plötzlich effizient. Das ist nicht nur Spielerei für Labore, sondern der nächste große Hebel für die Schweizer Industrie.
Die Biologie hat Milliarden Jahre Vorsprung bei der Optimierung von Energieeffizienz und Anpassungsfähigkeit. Wer diese Lektion ignoriert, verbrennt bei der Entwicklung von autonomen Systemen nur unnötig Kapital.
— Quelle: Dorian Dorner, Gründerzeit
Der Schweizer Standort profitiert
Unternehmen, die heute in Robotik investieren, müssen den Fokus auf diese bio-inspirierten Ansätze legen. Die Schweiz bietet durch Institutionen wie die Empa und die ETH den idealen Nährboden, um solche Technologien in marktfähige Startups zu verwandeln. Es reicht jedoch nicht, nur zu forschen, denn die echte Herausforderung liegt in der Skalierbarkeit und der Widerstandsfähigkeit der Materialien.
Kovac arbeitet daran, dass Drohnen nicht mehr nur ferngesteuerte Spielzeuge sind, sondern robuste Werkzeuge für die Rettung oder Inspektion. Wenn ein Startup es schafft, die fragile Sensorik von heute mit der mechanischen Eleganz eines Insekts zu verheiraten, dann entsteht echtes geistiges Eigentum, das global bestehen kann. Wir brauchen mehr mutige Gründer, die sich trauen, von der Natur zu stehlen.
Quellen
https://www.srf.ch/wissen/technik/maschinen-als-lebewesen-wie-der-drohnen-forscher-die-natur-kopiert
https://www.empa.ch





