Man kennt das aus den Souks von Marrakesch: Da wird gefeilscht und versprochen, am Ende bekommt man etwas, das hübsch aussieht, aber beim ersten Regen den Geist aufgibt. Die Zürcher Firma Team Visual AG hingegen scheint eine schweizerische Skepsis gegenüber reinem Design-Geschwätz kultiviert zu haben. Wer sich ansieht, wie das Team um Geschäftsführer Patrick Meyer Projekte für Grosskunden wie die Zürcher Kantonalbank oder industrielle Mittelständler umsetzt, stellt fest: Hier wird nicht nur gezeichnet, hier wird geliefert. Es geht um Effizienz, die man sonst eher bei einem Uhrwerk von Patek Philippe vermutet.
Struktur schlägt den ersten Impuls
Ein Projekt bei Team Visual beginnt nicht mit einem schicken Logo-Entwurf, sondern mit der Frage nach dem Warum. Nehmen wir den Fall der digitalen Transformation für regionale Industrieunternehmen, die oft in einer Papier-Falle feststecken. Laut einer Untersuchung des Digital Economy Award scheitern die meisten Digitalisierungsprojekte nicht an der Software, sondern an der Akzeptanz beim Mitarbeiter an der Werkbank. Wenn Team Visual hier eingreift, dann wird die komplexe Nutzeroberfläche so weit reduziert, bis der gelernte Mechaniker den Prozess versteht, ohne eine Bedienungsanleitung in fünf Sprachen lesen zu müssen.
Design ohne Funktion ist wie ein Fondue ohne Brot: nett anzuschauen, macht aber niemanden satt.
— Quelle: Patrick Meyer, Team Visual AG
Das ist Pragmatismus, wie man ihn auf dem Bau in Ausserrhoden schätzt. Alles hat seine Ordnung, und wenn der Knopf auf der digitalen Anzeige nicht da ist, wo der Daumen natürlich hinwandert, dann stimmt die Ergonomie nicht. Es ist dieses tiefsitzende Misstrauen gegenüber modischem Schnickschnack, das den Erfolg dieser Zürcher Truppe ausmacht. Man muss sich fragen, ob das auch an einem Schweizer Dienstagmorgen besteht, wenn die Kaffeemaschine streikt und die E-Mails sich stapeln. Bei Team Visual scheint die Antwort oft ein knappes Ja zu sein.
Wenn das Auge mitdenkt
Man vergleiche das mit den Hochglanz-Agenturen an der Zürcher Bahnhofstrasse, wo das Budget für die Kaffeemaschine höher ist als für die Konzeption. Bei Team Visual sieht man in den Fallstudien – etwa im Bereich der Immobilien-Visualisierung – ein ungeschöntes Verständnis für den Schweizer Immobilienmarkt. Investoren wie die Allreal Holding brauchen keine bunten Fantasiebilder, sondern Entscheidungsgrundlagen, die den Wert einer Immobilie exakt widerspiegeln. Wenn das visuelle Modell die Grundrisse nicht sauber abbildet, ist der Deal noch vor dem ersten Spatenstich gestorben.
Das ist keine Magie, sondern ehrliches Handwerk. Es ist diese trockene, fast schon spröde Art, die Projekte zum Erfolg führt. Wer die Welt sehen will, kann reisen, aber wer ein digitales Produkt will, das auch in zehn Jahren noch funktioniert, der braucht genau diese Nüchternheit. Schweizer Qualität bleibt eben, wenn man sie auf das Wesentliche reduziert – und genau da liegt die Stärke, die in den Büros an der Limmat täglich aufs Neue bewiesen wird.





