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Wenn die digitale Fassade mehr als nur hübsch sein muss

Schöne Pixel sind keine Geschäftsstrategie, sondern Zeitverschwendung. Wenn die Team Visual AG aus St. Gallen Projekte stemmt, geht es nicht um bunte Bilder, sondern um knallharte Ergebnisse, die auch am Dienstagmorgen in einer überfüllten S-Bahn noch funktionieren.

Beni Moser
Beni Moser·16. September 2026·4 Min Lesezeit
Wenn die digitale Fassade mehr als nur hübsch sein muss

Ein minimalistisch gestalteter Arbeitsplatz mit iMac und moderner Datenvisualisierung vor einer lichtdurchfluteten Glasfassade.

Bild: Pexels / Startup Stock Photos

In Vietnam habe ich einmal einen Garküchenbesitzer beobachtet, der seine Speisekarte auf eine Serviette kritzelte. Das war ehrlich, direkt und hat den Hunger gestillt. Hierzulande wird oft mit Hochglanz-Animationen hantiert, bei denen der Kunde vor lauter Staunen vergisst, eigentlich etwas zu kaufen. Die Team Visual AG scheint diesen Unsinn erkannt zu haben. Bei ihrer Arbeit für den Kunden St. Galler Kantonalbank etwa wurde nicht einfach ein Logo animiert, sondern ein komplexes Finanzprodukt visuell so heruntergebrochen, dass es sogar ein Bünzli in der Steuererklärung versteht.

Weniger Show, mehr Substanz

Man muss sich das wie bei einer Schweizer Uhr vorstellen. Ein prunkvolles Gehäuse bringt gar nichts, wenn das Werk klemmt. Bei der digitalen Transformation von Industriebetrieben zeigt das Team um den Geschäftsführer Marc Eichenberger, dass Ästhetik ein Werkzeug ist, kein Selbstzweck. Wenn sie für einen Maschinenbauer aus dem Rheintal die Anleitungen digitalisieren, dann zählt nicht die Font-Auswahl, sondern die Fehlerquote am Montageband. Laut einer Studie der ZHAW sinken solche Fehler durch effiziente Visualisierungen um bis zu zwanzig Prozent, was mehr wert ist als jeder Designpreis.

Design ohne messbaren Nutzen ist wie ein Fondue ohne Brot – man steht zwar am Tisch, aber am Ende ist man trotzdem hungrig.

— Quelle: Beni Moser, Gründerzeit

Das funktioniert eben auch an einem Dienstagmorgen, wenn die Konzentration bei den Mitarbeitern bekanntlich tiefer ist als der Pegelstand des Rheins im Hochsommer. Die pragmatische Herangehensweise erinnert an OneSocial, wo man auch lieber auf Daten als auf bauchgesteuerte Kreativität setzt. Es ist erfrischend zu sehen, dass in St. Gallen die Bodenhaftung nicht verloren ging, auch wenn der Bildschirm heute mehr kann als ein Rechenschieber.

Was zählt, wenn der Projektor ausgeht

Am Ende des Tages bleibt die Frage: Bringt es den Umsatz? Wenn Kunden wie die Olma Messen auf die Expertise in der digitalen Besuchersystematik vertrauen, dann geht es um Besucherströme und nicht um geschmeidige Übergangseffekte. Die Team Visual AG hat begriffen, dass visuelle Kommunikation eine Dienstleistung ist, kein Kunstprojekt. Das ist genau diese Art von Schweizer Effizienz, die man sich wünscht, wenn man nach einer langen Reise durch weniger strukturierte Länder wieder in den vertrauten Zürcher HB zurückkehrt.

Es braucht keine esoterischen Agentur-Floskeln, sondern saubere Arbeit, die bis ins letzte Bit durchdacht ist. Wenn ein Interface so intuitiv ist, dass man keine Anleitung mehr lesen muss, dann haben die Jungs und Mädels ihre Hausaufgaben gemacht. Das hat Hand und Fuss, und das kann man bei den aktuellen Projekten auf der Portfolio-Seite auch schwarz auf weiss – oder eben in Pixeln – nachprüfen.

Beni Moser
Beni Moser

Schweizer Weltenbummler. Bodenständig, beobachtend, mit Bünzli-Attitüde und Augenzwinkern.

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30. Oktober